Wer sich aufrafft, hat schon (fast) gewonnen
Neulich habe ich irgendwo gelesen, dass bei einer Diät oder bei einem Sportprogramm die ersten 21 Tage am wichtigsten sind. In dieser Zeit muss sich der Körper umgewöhnen, der innere Schweinehund bekämpft werden. Denn dem Körper fällt alles leichter, was für ihn Routine ist. Wenn es zur Routine gehört, regelmäßig Sport zu treiben, ist das Aufraffen nicht so schwer.
Also hatte ich mir nach der Pause gestern für heute wieder Laufen vorgenommen.
Im Laufe des stressigen Tages wäre ich am liebsten sofort los, aber als der Feierabend endlich da war, fühlte ich mich wie erschlagen. Da habe ich mich an die Sache mit den 21 Tagen erinnert und mir vorgenommen, trotzdem was zu tun. Ich habe mir vorgestellt, wie ich laufe, wie ich meinen Atem in der kalten Luft sehe. Habe überlegt, was ich anziehe (immerhin bin ich eine Frau). Richtige Laufkleidung habe ich noch nicht, aber wenn ich das ernsthaft vorhabe, sollte ich mir da vielleicht doch mal was zulegen. Im Internet gestöbert habe ich schon. Je mehr ich mir also vorgestellt habe, wie ich laufe, wo ich laufe et. Umso mehr Lust bekam ich aufs Laufen. Und meine Laune stieg an.
So kam ich also heiter und ambitioniert zu Hause an und wollte gleich los.
Der Vorsatz war gut, die äußeren Umstände haben mich allerdings zum Umdisponieren gezwungen.
Bis ich daheim war, war es dunkel. Aber, da ich vielleicht doch schon ein klitze kleines Bisschen Routine erlangt habe, meldete sich mein innerer Schweinehund überraschenderweise trotzdem nicht. Der Feldweg wäre allerdings nicht möglich gewesen. Aber ich war fest entschlossen, wenigstens eine kleine Runde durchs Dorf zu laufen. (Und das will schon was heißen, ist es mir doch sonst unangenehm, wenn ich bei meiner Körperertüchtigung beobachtet werden könnte. Wobei es wohl weniger das Beobachten beim Sport selbst ist, was mir peinlich ist, als vielmehr das Beobachten beim „Versagen“ nach kurzer Strecke...)
Jedenfalls wollte ich allen Widrigkeiten zum Trotz meine Sportklamotten schnappen und raus... und daran scheiterte es. Denn morgen kommen die Möbellieferanten und die Vorbereitungen dafür führten leider dazu, dass ich nicht an meinen Schrank kam. Er war zugestellt.
Also mit rausgehen war nichts. Da aber auch Hausarbeit einen ins Schwitzen bringen kann, habe ich die Gelegenheit genutzt und das Nützliche mit dem Effektiven verbunden und gesaugt und geputzt. Das ist zwar besser als „Couching“, aber für meinen Fitnessvorsatz natürlich noch nicht ausreichend. Also habe ich noch die alten Möbelstückteile in den Keller getragen und mir anschließend noch 30 Minuten auf der Wii-Fit gegönnt. Während der Übungen habe ich allerdings gemerkt, dass ich tatsächlich schon ziemlich k.o. bin. Meine Körperspannung war ab 10 von 16 Übungen nicht mehr wirklich vorhanden. Bei Übungen, bei denen man auf einem Bein stehen muss, hat der kleine rote Punkt auf dem Bildschirm, der meinen „Schwerpunkt“ anzeigt, verdächtig stark hin und her geschwankt.
Aber ich habe die vollen 16 Übungen durchgehalten.

Jetzt bin ich allerdings wirklich erschöpft und werde wohl nicht mehr alt heute.

Meinen Vorsatz für 2011 habe ich übrigens ausgeweitet. Nicht nur pur joggen, sondern konkret mehr Sport bzw. öfter Sport machen. Sportart variabel, wobei joggen im Hinblick auf das Ziel Stadtlauf im Vordergrund stehen sollte.

Fazit für heute:
Trotz Erschöpfungsgefühl hatte ich mich doch aufgerafft und war drauf und dran, Laufen zu gehen. Weil das nicht ging, habe ich Alternativen gesucht und bin mit Hausarbeit, Möbel Tragen und Wii-Fit auf etwa eine Stunde Sport gekommen.